Das Belohnungszentrum
Ein winziger Bereich im Gehirn steuert über Dopamin, was uns antreibt – und bildet die Grundlage jeder Sucht.
Neuerscheinung · erscheint in Kürze
Kleine Anleitung zu Sucht und Abhängigkeit
Sucht betrifft nicht nur eine Minderheit – sie betrifft fast uns alle.
Dennis Roth · Siegward Roth — mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Heino Stöver

Vom Belohnungszentrum bis zur KI: Wie aus Suchmaschinen Suchtmaschinen werden.
Das Buch
Im U-Bahn-Abteil starren alle auf ihr Smartphone. Im Supermarkt türmen sich Spirituosen für jeden Anlass. Und in Europas Häfen wird Kokain tonnenweise beschlagnahmt – ein Bruchteil dessen, was tatsächlich konsumiert wird. Wer das alles sieht und weiter glaubt, Sucht betreffe nur eine kleine, kranke oder kriminelle Minderheit, der irrt sich gründlich.
Die zentrale These klingt zunächst irritierend: Abhängigkeit ist keine Ausnahme am Rand der Gesellschaft, sondern tief in unserem Menschsein verankert. Verantwortlich dafür ist das Belohnungszentrum im Gehirn – jener winzige Bereich, der über den Botenstoff Dopamin lebensnotwendige Funktionen steuert und zugleich die Grundlage jeder Sucht bildet.
Aus dieser veränderten Sicht wird Sucht vom moralischen Makel zu einem Strukturproblem des Lebens selbst – und das Buch zu einer Einladung, den eigenen Umgang mit Abhängigkeiten neu zu denken: privat wie gesellschaftlich.
„Wer anders auf ein Problem sieht, sieht ein anderes Problem.“
Themen
Ein winziger Bereich im Gehirn steuert über Dopamin, was uns antreibt – und bildet die Grundlage jeder Sucht.
Mit KI werden digitale Angebote gezielt so konstruiert, dass sie süchtig machen.
„Einmal abhängig, immer abhängig“? Was die Hirnforschung tatsächlich nahelegt.
Warum die Rede vom totalen „Kontrollverlust“ Betroffene eher entmündigt als ihnen hilft.
Statt moralischer Verbote: Aufklärung „nüchtern und ohne Ideologie“, Vorbilder und niedrigschwellige Angebote.
Der Zugriff weniger Tech-Konzerne auf unser Belohnungssystem – mit Folgen für die Stabilität demokratischer Gesellschaften.
Das Herzstück
Unser Alltagsverständnis ordnet Sucht einer kleinen, kranken oder kriminellen Minderheit zu – allem „jenseits der roten Linie“. Doch diese Grenze zwischen „Normalität“ und „Abhängigkeit“ ist unscharf und willkürlich. Abhängigkeit ist im Belohnungssystem des Gehirns verankert – und damit Teil des Menschseins, nicht dessen Ausnahme.
„Wer anders auf ein Problem sieht, sieht ein anderes Problem.“
„Das Leben ist wie eine Sucht!“
Mit Blick auf die Arbeiten des Wissenschaftlers Bernd-Olaf Küppers formulieren die Autoren einen verblüffenden Gedanken: Schon der Antrieb, aus dem das Leben überhaupt entstand, lässt sich am besten nach dem Muster einer Sucht verstehen.
Autoren
Dennis und Siegward Roth sind zwei ehemalige Kriminalbeamte, die in den Bereichen Drogenkriminalität und Suchtprävention gearbeitet haben.
Ehemaliger Kriminalbeamter mit langjähriger Erfahrung in Drogenkriminalität und Suchtprävention.
Geboren 1952 im mittelhessischen Hohensolms. 1969 begann er seine Laufbahn in der Hessischen Polizei, zuletzt mit den Schwerpunkten Jugendkriminalität und interdisziplinäre Kriminalprävention. Einen Namen machte er sich mit einem 1991 erschienenen Sachbuch über die gesellschaftliche Normalität des Verbrechens.
Werkauswahl: „Knotterbock“ (Wettenberg 2001) · „Geschlechterzores“ (Nidderau 2007) · „K-Wache“, Kriminalroman (Hanau 2011)
Warum dieses Buch?
„Lasst die Schülerinnen und Schüler doch ihr Handy benutzen. Das ist mir immer noch lieber, als wenn sie auf dem Schulhof Feuer machen, Drogen verkaufen oder sexuelle Handlungen vollziehen.“
Zu dieser Aussage ließ sich eine Referentin während eines Fachvortrags zum Handyverbot an Schulen hinreißen.
Ich war empört. Weniger wegen der provokanten Formulierung, sondern vielmehr wegen der Deutlichkeit, mit der sich – selbst in Fachkreisen – die gesellschaftliche Ohnmacht im Umgang mit dem Phänomen Sucht und Abhängigkeit offenbarte.
Dieses Buch ist aus dem Wunsch entstanden, dieser Ohnmacht etwas entgegenzusetzen. Es soll dazu anregen, Sucht und Abhängigkeit neu zu betrachten, bisherige Denkmuster zu hinterfragen und die Möglichkeiten aufzuzeigen, die sich aus einem erweiterten Verständnis dieses Phänomens ergeben.
— Dennis Roth
Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Heino Stöver
Für Fachkräfte aus Suchtberatung, -therapie und -prävention, aus Sozialer Arbeit, Medizin und Pädagogik. Für Eltern, Lehrkräfte und Erziehende, die im Alltag mit Smartphone-, Gaming- und Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind. Und für alle, die den gesellschaftlichen Umgang mit Drogen, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz neu denken wollen.
Stimmen
„Mit neuen Blickrichtungen lädt dieses Buch dazu ein, sich von jahrzehntealten Vorstellungen zu verabschieden und einen Neustart mit Blick auf unser Drogenverstehen zu wagen.“
Fakten & Bestellen

Das Buch erscheint in Kürze — die Bestell-Links werden zum Erscheinen freigeschaltet.
Für Redaktionen
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